Photodynamische Therapie

Historisch gesehen geht die Behandlung auf Oskar RAAB zur Beginn 20. Jahrhundert zurück. Dieser hatte die Wirksamkeit gewisser Farbstoffe wie Acrinidin-Orange auf die Kulturen gewisser Einzeller zusammen mit Lichtbehandlung bemerkt.

Sein universitärer Lehrer, Professor Herrmann von TAPPEINER, findet in der Folge die selben Effekte mit Methylenblau und Soudan 3 (Magdala-Rot). Er stellt fest, dass es einer solchen Substanz und einer Belichtung bedarf, um diesen zytotoxischen Effekt auf die Zellen zu erhalten. Es ist ebenso die Präsenz freien Sauerstoffs notwendig. So entsteht der Begriff des Photodynamischen Effekts und auch die Idee einer medizinisch-therapeutischen Anwendung, der Photodynamischen Therapie ab dem Jahr 1904 in Deutschland.

Im selben Jahr werden die ersten therapeutischen Versuche durchgeführt durch den Münchener Dermatologen Albert JESIONEK zur Behandlung von Hautkrebs.

Es bedurfte also 100 Jahre, damit diese Technik anerkannt wird und die Photodynamische Therapie eine Routinetechnik wird.

Die Photodynamische Therapie kann keinen Hautkrebs auslösen und der schädigende Effekt auf die bösartigen Zellen geht niemals auf den Zellkern über. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Behandlung das Genom nicht verändert und nicht zu Krebs führt.

In der Dermatologie, werden als Photosensibilisatoren zur PDT 5-Aminolevulinsäure (ALA), aber auch die Metyl-5-Aminolevulinsäure unter dem Marknahmen METVIX/METVIXIA benutzt.

Als Lichtquelle, wird für dermatologische Zwecke meistens ein rot-orangenes Licht mit einem Absorptionsmaximum von 630 Nanometer verwendet. Dies führt zur guter Absorption und einer relativ guten Penetration von ungefähr 3 Millimetern in die Tiefe der Haut.

Man benötigt eine Lichtquelle mit homogener Lichtstärke über das gesamte Bestrahlungsfeld.

Die Indikationen der PDT

Die anerkannten wissenschaftlichen Studien, die in den verschiendensten Länder durchgeführt wurden, zeigen gute Ergebnisse bei aktinischen Keratosen (Hautkrebsvorstufen), die im wesentlichen bei hellen Hauttypen auftreten. Die PDT wirkt ebenfals gut bei superfiziellen Basaliomen , die sonst teils ausgehnter Operationen bedürfen.

Nebenwirkungen

Ein Schmerzgefühl und ein Brennen können auftreten, insbesondere bei Behandlung der Stirn und des behaarten Kopfes. Es können auch Schwellungen in den ersten Tagen auftreten oder Krusten, die innerhalb von wenigen Tagen zurück gehen, manchmal auch  Bläschen und Juckreiz.

Es wird empfohlen, sich vor Sonnenlicht innerhalb der ersten 8 Tagen nach Behandlung zu schützen.

Die Durchführung der Behandlung

Nach einer vorangehenden Besprechung mit dem Hautarzt behalten die Patienten einen Termin. Es kann zuvor noch eine Salbenbehandlung zum Abtragen von bestehenden Krusten erfolgen. Am Behandlungstag kann eine Curetage von restlichen bestehenden Krusten durch den Hautarzt ergolgen. Danach wird die photosensibilisierende Creme aufgetragen. Diese besteht aus 5-ALA oder Methyl-5-ALA.

Danach wird ein lichtabdeckender Verband angefertigt, der auch vor Licht schützt und der Patient kommt 4 Stunden später zur Belichtung wieder.

Die zu behandelnde Hautzone wird mit einem spezifischen rot-orangenen Lichtstrahler für eine Dauer von 15 bis 20 Minuten behandelt (Waldmann Lampe PDT 1200).

Es tritt sehr schnell ein Gefühl eines Sonnesbrandes auf, der 24 bis 48 Stunden andauern kann.

Die Patienten werden normalerweise innerhalb des ersten Monats nach Behandlung für eine Kontrolle einbestellt.

Ein bis zwei Behandlungen sind erforderlich, je nach Ausprägung des Ausgangsbefundes.

Die photodynamische Therapie stellt eine neue Behandlungsmethode von Hautkrebsvorstufen und oberflächlichen Hautkrebsformen dar. Hier kann ein ganzer betroffener Hautabschnitt behandelt werden und nicht nur einzelne sichtbare Hautläsionen.

Es handelt sich um eine ärztliche Behandlung, die hervorragende kosmetische Ergebnisse bringt, ohne Narbenbildung.

Es ist nach einer PDT-Behandlung eine ärztliche Nachkontrolle notwendig, um eventuell neu aufgetretene krankhafte Veränderungen an anderen Hautstellen erkennen zu können.